Das Gehalt – Tipps für BerufseinsteigerInnen

Gehaltsverhandlungen erfordern in jeder Phase des Berufslebens viel Geschick und eine gute Vorbereitung. Ganz besonders gilt dies jedoch für JobanfängerInnen, die noch nicht auf Erfahrungen zurückgreifen können. Lesen Sie hier, wie Sie als BerufseinsteigerIn zu Ihrem Wunschgehalt kommen.
© Archiv Wenn das Gehalt nicht schon im Vorfeld des ersten Bewerbungsgesprächs thematisiert wurde, kommt diese „Hürde“ spätestens in der zweiten oder dritten Runde auf Sie zu. Jetzt gilt es, Ruhe und Nerven zu bewahren.

Denn grundsätzlich müssen Sie das erste Gehaltsangebot weder annehmen noch ablehnen, vielmehr können Sie das erste Offert oft noch verbessern.
BerufseinsteigerInnen haben meist keine genauen Vorstellungen von ihrem „Marktwert“. Manche Unternehmen stellen ArbeitnehmerInnen oft nach einem Kollektiv vertrag ein, der sich am gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbruttogehalt für die jeweilige Branche, Position und Tätigkeit orientiert.
Seit 1. März 2011 sind Unternehmen verpflichtet, in Stelleninseraten den kollektivvertraglichen Mindestlohn anzugeben, wobei eine allfällige Bereitschaft zur Überzahlung klar kommuniziert werden muss. In der Praxis bedeutet dies jedoch, dass bei vielen ausgeschriebenen Stellen nach wie vor ein mitunter nicht unerheblicher Spielraum bei der Gehaltsverhandlung besteht.
Gerade BerufsanfängerInnen haben es in dieser Situation nicht leicht. – Zu groß ist oft die Angst, sich durch überzogene Gehaltsvorstellungen die Chance auf einen guten Job zu verbauen. „Liegen meine Gehaltsvorstellungen zu hoch?“ „Habe ich den Richtwert zu niedrig angesetzt?“ – Diese oder ähnliche Befürchtungen plagen wahrscheinlich viele JobanfängerInnen.

Holen Sie Basisinformationen ein

Um die für Sie besten Konditionen in der Gehaltsverhandlung zu erzielen, sollten Sie über die folgenden Fakten Bescheid wissen:
  • Grundlegende Stellenbeschreibung
  • Entwicklungsperspektiven für die zukünftige Stelle
  • Unternehmenskultur
  • Unternehmenswachstum und strategische Richtung
  • Interne Gehaltspyramide im Unternehmen

Definieren Sie Ihre Vorstellungen

Damit Sie möglichst nah an Ihr Wunschgehalt herankommen, ist es sinnvoll, sich schon im Vorfeld folgende Fragen zu stellen:
  • Welches Gehalt stelle ich mir vor? Wo liegt meine unterste „Schmerzgrenze“?
  • Was habe ich zu bieten? Was rechtfertigt meinen Gehaltswunsch?
  • Wie viel möchte ich in fünf Jahren verdienen? Wie soll meine Gehaltsentwicklung aussehen?
Denken Sie unbedingt darüber nach, wie viel Geld Sie mindestens verdienen möchten! Meist ist es klug, etwas mehr zu fordern, denn Ihr zukünftiger Chef wird vermutlich mit Ihnen darüber verhandeln. Nennen Sie jedoch keinesfalls eine fixe Summe, sondern lassen Sie einen „Spielraum“ offen.

Tipp

Auf die Frage, wie viel Sie verdienen möchten, antworten Sie am besten z.B.: „Ich stelle mir im Monat zwischen 2.000 und 2.500 Euro brutto vor.“

Die Höhe des Gehalts

Informationen zur Höhe von Gehältern können Sie diversen Wirtschaftsmagazinen oder online unter www.pendlpiswanger.co.at entnehmen. Lassen Sie dabei nicht außer Acht, dass diese Informationen lediglich Richtlinien darstellen!
Die Höhe des Gehalts hängt grundsätzlich von den drei folgenden Faktoren ab:
  • vom Markt
  • von der internen Gehaltspyramide des Unternehmens
  • von der eigenen Performance
Auch wenn Sie die ersten beiden Faktoren nicht beeinflussen können, können Sie durchaus etwas für Ihre optimale Performance tun. Wichtig ist, dass Sie sich bereits im Vorfeld sehr gut vorbereiten, informieren und sich bewusst sind, welches Potenzial Sie in das Unternehmen einbringen.

Die richtigen Fragen

Damit Sie für die Gehaltsverhandlung bes tens gerüstet sind, haben wir für Sie eine Checkliste mit Fragen vorbereitet, die Ihnen helfen soll, Ihr Wunschgehalt zu ermitteln.

1. Finden Sie heraus, welche Erwartungen man an Sie richtet:

  • Werde ich im Team oder alleine arbeiten?
  • Welche Verantwortlichkeiten werden an mich gestellt?
  • Was ist meine Aufgabe innerhalb des Teams?
  • Habe ich Führungsverantwortung?
  • Wie und wo ist die Abteilung in der Unternehmenshierarchie angesiedelt?
  • Welche Ziele strebt die Abteilung in den nächsten zwei bis drei Jahren an?
  • Welche Erwartungen werden, damit verknüpft, an mich gestellt?

2. Wie wird Leistung vergütet?

  • Woraus setzt sich die Gesamtvergütung, inkl. aller Zusatzleistungen, zusammen?
  • Wie funktioniert das Leistungs- und Vergütungssystem des Unternehmens?
  • Wie sieht mein möglicher Karriereweg im Unternehmen aus?
  • Wie werden herausragende Leistungen honoriert?
  • Wie wird Mehrarbeit, d.h. Überstunden, abgegolten?
  • In welchem Turnus finden Leistungsbeurteilungen und Gehaltsanpassungen statt?
  • Welche Kriterien müssen für eine Gehaltserhöhung erfüllt sein?

Webtipps

Autor: red.